Schüleraustausch mit Chiclana

HOLA, ¿QUÉ HACE?

Am 8. April um 4.30 Uhr ist es soweit: Müde, aber ziemlich aufgeregt treffen wir uns alle mit Frau Röttger am Flughafen Hamburg, um endlich aufzubrechen nach Chiclana. Wir, das sind Annie, Ellen, Emma, Marie C., Viktoria, Luca, Paul und Yannick aus der 8a und aus der 8b Anna, Hanieh, Marisa, Natalie, Sarah, Fyn, Simon F. und ich. Mit der spanischen Stadt Chiclana findet in diesem Jahr zum ersten Mal ein Schüleraustausch statt. Seit Monaten schreiben wir uns schon mit unseren spanischen Austauschschüler-innen per Facebook oder Skype. Nun wollen wir sie richtig kennen lernen! Nach dem Einchecken ist der Moment der Verabschiedung von unseren Eltern und Geschwistern gekommen. Schon ein komisches Gefühl… Doch dann geht´s auch schon los. Nach einigen Diskussionen über die Sitzplatzverteilung heben wir pünktlich um 6.00 Uhr ab. Zweieinhalb Stunden später gibt es einen Zwischenstopp in Palma de Mallorca – immerhin schon auf spanischem Boden – und um 11.05 Uhr landen wir endlich in Jerez de la Frontera in Andalusien. Dort steht ein Mann mit einem Schild in der Hand: „Gymnasium Alstertal“ – unser netter Busfahrer, der uns jetzt nach Chiclana fährt.
Um 14.00 Uhr sind wir am Ziel. Es ist herrlich warm und alles sieht total schön aus. Überall sind Palmen und weiße Häuser. Wir erholen uns zunächst in einem kleinen Park mit einem Spielplatz, bevor wir zu unserer Schule, dem „Colegio La Salle“ gehen, um unsere Austauschpartner_innen das erste Mal zu sehen und mit ihnen gemeinsam zu unseren Gastfamilien zu gehen. Das ist vielleicht aufregend!

Am späten Nachmittag, nachdem wir schon einige Stunden in der Familie verbracht haben, treffen wir uns alle am Strand von Chiclana. Jeder hat etwas zu erzählen und jeder ist nach so vielen neuen Eindrücken total glücklich, die anderen Deutschen zu sehen. Besonders, weil es gar nicht so leicht ist, die Andalusier zu verstehen, denn sie lassen meistens das „s“ bei den Wörtern weg. Einen Satz lernen wir trotzdem ganz schnell, weil sie den andauernd sagen, nämlich: „Hola, ¿qué hace?“ Das heißt in etwa: „Hey, was machst du? Wie geht´s?“ Aber es fehlt eben das „s“.
Am nächsten Morgen treffen wir uns um 8.00 Uhr und fahren mit den Spaniern in die nächstgrößere Stadt, nach Cádiz. Wirklich beeindruckend! Besonders die Kathedrale. Dort gibt es viele Reliquien und Kostbarkeiten, die schön anzusehen sind. Dann gehen wir durch die Stadt, bewundern all die Gebäude und Plätze von Cádiz und erholen uns schließlich bei einem Picknick am Strand. Am frühen Abend kommen wir müde und erschöpft wieder in Chiclana an.

Der Mittwoch ist der Tag, an dem wir zu Besuch im „Colegio La Salle“ sind. Die Schule ist total anders als unsere. Wir Deutsche dürfen mit unseren Austauschpartner_innen in die Klasse gehen. Man merkt, dass die Schule sehr streng katholisch ist. Überall hängen Bilder von Maria und Jesus und in jedem Klassenzimmer hängt ein Kreuz. Aber der Unterricht dort ist nicht so streng wie in Deutschland und die Schüler_innen des „La Salle“ haben immer um 14.30 Uhr Schulschluss. Am Nachmittag, nach einem guten Mittagessen in unseren Familien, gehen wir shoppen im Einkaufzentrum von Chiclana. Auch sehr interessant!

Am nächsten Tag starten wir unsere große Exkursion nach Sevilla. Während der fast zweistündigen Busfahrt erzählen wir uns gegenseitig von unseren Familien. Wir haben uns inzwischen alle gut eingelebt. In Sevilla ist es sehr warm, auch hier gibt es überall Palmen und manchmal fahren Pferdekutschen an uns vorbei. Sevilla ist echt schön! Wir besichtigen den Königspalast „El Alcázar“, ein uraltes Gebäude, welches zunächst von den Arabern und dann von spanischen Königen zu unterschiedlichen Zeiten erbaut wurde. Nach Besichtigung des malerischen Viertels “Santa Cruz” geht´s zur „Plaza España“, wo wir alle eine Runde Ruderboot fahren. Das ist bei dem sonnigen Wetter einfach super! – Und ein schöner Abschluss dieses langen Tages.

Den letzten Abend verbringen wir dann in unseren Familien. Man versetzt sich noch einmal in die vergangene Woche hinein und denkt über alles nach. Die anstrengenden Ausflüge, die schöne Zeit am Strand, die alten Gebäude, die beeindruckenden Gemäuer und Kostbarkeiten Andalusiens, die Erfahrungen mit dem Austausch und der Sprache … es war toll!

Doch jede aufregende Woche geht irgendwann vorbei und schon ist es Freitag. Viele von uns wären gerne noch länger geblieben, doch bei allen ist es so, dass die Sehnsucht nach Familie und Freunden überwiegt. Vor der Abreise gehen wir noch ins Stierkampfmuseum – und wir haben noch einen Termin beim Bürgermeister von Chiclana! Er will wissen, wie es uns in seiner Stadt gefallen hat. Wir alle antworten natürlich: „¡Muy bien!“ Dann heißt es Abschied nehmen … einen sehr herzlichen Abschied.

Aber keiner für lange Zeit. Denn zwei Wochen später stehen wir schon wieder am Flughafen. Diesmal, um unsere Austauschpartner_innen abzuholen, die nun bei uns in Hamburg zu Gast sind. Als sie nach einer Woche wieder abreisen, sind sie genauso beeindruckt von unserer Heimatstadt wie wir von Chiclana. (Auch wenn wir ihnen leider nicht so viel Sonnenschein bieten konnten wie sie uns.) Und auch sie haben einen komischen Satz gelernt: „Thüringer Klöße sind die besten!“

Mona (8b, im Juni 2013)