Wettbewerbsteilnahme am Bertini-Preis 2016

Der Schule verwiesen – Wir holen sie zurück

Der Schulwettbewerb ist beendet. Mit über 15 unterschiedlichen Projekten hat sich ein großer Teil unserer Schülerinnen und Schüler mit ideenreichen Arbeiten und Vorschlägen an dem Wettbewerb beteiligt. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. Mitte November konnten wir so ein ansehnliches Projekt beim Bertini-Preis 2016 einreichen und sind gespannt, ob wir noch einmal unter den Preisträgern sind.

Zur Erinnerung: Ursula Levi und Irene Brendel mussten nach ihrer mittleren Reife Ostern 1943 unsere Schule verlassen, weil sie jüdischer Herkunft waren. Norbert Holm und seine Freunde aus der Oberstufe wurden verfolgt, nachdem ihnen vorgeworfen wurde, verbotene Swing-Musik zu hören. Norbert musste kurz vor seinem Abitur die Schule verlassen und wurde für drei Wochen im damaligen Polizeigefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert.

Wir konnten Frau Atmer de Reig, eine ehemalige Mitschülerin, dafür gewinnen, nach Vorschlägen der BK-Oberstufenkurse eine Erinnerungstafel aus Ton anzufertigen. Diese thematisiert den Aspekt “Swing-Musik”. Frau Atmer de Reig hat 1955 (!) an unserer Schule Abitur gemacht und ist eine erfolgreiche Keramik-Künstlerin (Staatspreise für das Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern).
Wir dürfen auf ihre Arbeit gespannt sein.

Seit längerem schon beendet ist das Bild-Projekt der Oberstufengruppe 2014, die sich in einem “Pixelbild” mit dem alten Klassenfoto auseinandersetzte. Darauf sind Ursula Levi und Irene Brendel zu sehen. Ein Teil ihrer Arbeit soll Bestandteil des Denkmals werden.

Besonders erfreulich ist, dass zur Einweihung Ehrengäste ihr Kommen zugesagt haben. Frau Atmer de Reig freut sich auf ein Wiedersehen mit ihrer alten Schule. Aus Kanada wollen Eric Holm, der älteste Sohn von Norbert Holm, und seine Mutter anreisen. Norbert Holm wurde nach seiner Rehbilitation erfolgreicher Exportkaufmann in einem führenden Elektronikunternehmen und kam viel in der Welt herum. In Kanada traf er seine große Liebe – Christa. Mit ihr bekam er vier Kinder und West Vancouver wurde seine neue Heimat.

Aus Berlin besucht uns Angelika Levi, die 1961 geborene Tochter von Ursula Levi.
Sie drehte 2003 den Fim “Mein zweites Leben, Teil 2”, der auf dem biografischen Material ihrer Mutter Ursula basiert.
Ebenfalls eingeladen ist Cornelia Schmid, die Tochter von Irene, geb. Brendel. Sie lebt als erfolgreiche Konzertmanagerin in Hannover.
Wir freuen uns auf diesen Besuch in unserem dann schön renovierten Hauptgebäude.

Mit der feierlichen Einweihung unseres Denkmals wollen wir einmal mehr ein Zeichen gegen Verfolgung und Ausgrenzung setzen. Mit diesen Themen müssen wir uns auch gegenwärtig auseinandersetzen.
(Bro)